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Rainhard Fendrich als Liedermacher im Konzerthaus in FreiburgE-Mail
rainhard-fendrich-als-liedermacher-im-konzerthaus-in-freiburg Donnerstag, 12. Mai 2010, Konzerthaus Freiburg - Seit über 30 Jahren ist Rainhard Fendrich schon als österreichischer Liedermacher unterwegs und es ist schon verwunderlich, dass selbst seine ältesten Songs aktuelle Brisanz besitzen wie eh und je. So ist es für ihn in Freiburg ein Genuss, den gebührenden Applaus durch den Abend zu empfangen, doch seine größte Freude ist es, die Ruhe während der Lieder zu genießen. Er will mit seinen Texten gehört werden undfreut sich darüber, dass die Freiburger höchst aufmerksam seinem Gesang lauschen. Wie es sich zu einem Liedermacher gehört, werden seine Lieder auch von ihm selbst geschrieben und sind lange nicht mehr so dialektgefärbt wie früher. Die Verständigung ist durch die Kombination des perfekten Sounds und der örtlichen Akustik gewährleistet. So ist es ein Vergnügen, den exzellenten Musikern der Fendrich-Band zuzuhören und sich auf die Inhalte des Gesanges zu konzentrieren. Für Rainhard Fendrich scheint es keine Tabuthemen zu geben und so klingt sein Programm wie ein Querschnitt des Inhaltes der aktuellen Tagespresse. Von politischen und globalen Themen (Brüder) über unvernünftigen Umgang mit der Natur (Der Mensch ist wie er ist), hin zu unglaublichen Machenschaften bei Finanz- und Wirtschaftsthemen (Luise), die alltägliche Korruption und Lobbygesellschaft (Tango Korrupti) oder ein bisschen seichte Boulevard-Presse gefällig? (Partyluder, Bussi Bussi) Alles in Musik verflochten – alles findet Gehör. Nicht zu überhören ist bei Fendrich auch sein persönliches Glück mit seiner jungen Ehe und die Liebe zu seinen Kindern und seine Gedanken zum Thema Erziehung (Wen wundert’s) und dem oberflächlich gewordenem Leben der Jugend im Umgang mit den neuen Leben.
Dass Rainhard Fendrich seine Talente vielseitig in Szene setzen kann ist bekannt. So wird sein schauspielerisches Talent auch an diesem Liederabend ganz nebenbei ausgespielt und es ist faszinierend, seine Gesten und Gesichtszüge zu beobachten. Es gibt keine Zeile seiner Lieder, welche nicht auf besondere Weise unterstrichen wird.
Der überwiegende Teil des Konzertes besteht aus den Songs der im vergangenen Herbst erschienenen CD „Meine Zeit“. Der gereifte Fendrich sieht sich zwar mit seinen 56 Lebensjahren im „Früh“-Herbst seines Lebens (September ist meine Zeit), doch er versprüht nach wie vor jugendlichen Elan und Pfiffigkeit. Spürbar wird das Tempo nach der Pause erhöht. Seine altbekannten Klassiker werden dem Publikum nicht vorenthalten und so hört man auch in Freiburg die längst zu Gassenhauern gewordenen Songs wie „Macho Macho“, „Blond“ oder „Es lebe der Sport“. Kabarettistisches Talent erklingt ebenso in der gesungenen Kurzgeschichte über den gemeinsamen Besuch mit seinem Großvater auf dem Prater und der Begegnung mit dem Tod oder den vielen Kurzgeschichten als Anmoderation seiner Lieder. Und so wird die Weisheit wieder einmal aufs neue bestätigt, dass die Wiener nun mal den besonderen Schmäh besitzen.
Dass Rainhard Fendrich im vergangen Jahr die Auszeichnung für das Lebenswerk in seiner Heimat Österreich abgelehnt hat ist sicherlich ein Zeichen dafür, dass sich der Künstler nicht immer den einfachsten und bequemsten Weg heraus sucht. Zum andern darf sich sein Publikum sicherlich darauf freuen, weitere schöne Abende von ihm zu Gehör zu bekommen. Und wer es versteht, ganze Zeitungen zu vertonen, dem werden die Themen für künftige Songs sicherlich niemals ausgehen.

Jürgen Schindler

Quelle: Jürgen Schindler
Eingestellt von: Redaktion Hit-Magazin.de






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